Aufgrund einer großen Anzahl an neuen gesetzlichen Forderungen, die auf
die Qualität, Sicherheit oder Umweltverträglichkeit von Produkten abzielen,
stehen Unternehmen verstärkt vor der Aufgabe, produktbezogene Daten systematisch
zu speichern. Sie sollen dann für verschiedene Einsatzzwecke ausgewählt
und bereitgestellt werden. Dies erfordert auch für mittelständische,
sich intensiv mit den Möglichkeiten der Datenhandhabung auseinanderzusetzen.
Da darüber hinaus auch noch die Lebenszyklen von Produkten und damit die
Perioden, in denen sich die Daten teilweise grundlegend ändern können,
immer kürzer werden, ist hier in besonderem Maße von den PPS-Systemen,
die solche Produktdaten verwalten, ein wirtschaftlich vertretbarer Aufwand zu
erwarten. Dieser Artikel zeigt, welche Eigenschaften für Produktdaten gelten,
wie sie strukturiert werden können und wie ein Produktdatenmanagement hier
Nutzen stiften kann.
Unternehmen stehen vor der Aufgabe, für viele verschiedene Einsatzzwecke Informationen über ihre Produkte vorzuhalten und diese auf Abruf in unterschiedliche Formate zu exportieren. Mit Hilfe des Produktdatenmanagement, das als Modul innerhalb einer Produktionsplanung und –steuerung zu sehen ist, soll hier mit standardisierten oder erweiterbaren Software-Produkten ein Lösungsweg für eine zukunftsorientierte und effiziente Datenhandhabung vorhanden sein. Dieser Artikel erklärt dabei das Grundkonzept sowie das Leistungsspektrum von Produktdatenmanagement-Systemen im Allgemeinen.
Viele Unternehmen besitzen eine datentechnisch aufgebrochene Landschaft, in denen verschiedene Informationssystemen für CAx-Komponenten, PPS-Systeme sowie Dokumentenmanagement-Systeme nebeneinander existieren und jeweils abteilungs- und damit aufgabenbezogen Daten speichern und wieder abrufen. Die diversen Aufgaben bilden dabei jeweils eine eigene Sicht auf die Gesamtheit der Produktdaten, wobei teilweise kein systematischer Zusammenhang und auch keine durchgängig genutzte Datenversion gesehen werden kann. Je nach Unternehmensgröße und EDV-technischer Ausstattung gibt es auch keine strukturierten bzw. einfach zu bedienenden Schnittstellen, sondern werden die Daten analog und digital zusammengestellt, weitergegeben und wieder zerlegt. Dies führt – wie in allen solchen Fällen – zu inkonsistenten Datenbeständen, redundanter Speicherung, geringer Transparenz und erhöhten Kosten für die Datenerfassung und –bearbeitung.
Definition von Produktdaten
Als Produktdaten gelten alle diejenigen Daten, die Produkte im Laufe ihres gesamten
Lebenszyklus von der ersten Konzeption über die Erstellung bis hin zur
Entsorgung beschreiben. Sie sind dabei nicht statisch, sondern entwickeln und
verändern sich wie die Produkte in ihren Ausprägungen genauso wie
in ihrer Anzahl und Struktur. Nicht jedes Produkt erreicht alle möglichen
Stadien eines Lebenszyklus bzw. wählt innerhalb der möglichen Stadien
einen eigenen Weg, der durch eigene Datenstrukturen charakterisiert werden kann
Man kann zunächst zwei große Gruppe von Daten unterscheiden:
Mit dem Begriff Produktdatenmanagement bezeichnet man die Art und Weise, wie möglichst wirtschaftlich die Produktdaten erfasst, bereitgestellt und gespeichert werden, um allen gegebenen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Produktdaten basieren auf Strukturen, welche den gesamten möglichen Lebenszyklus eines Produkts berücksichtigen und daher durchgängig verwendet werden können. Um dies zu realisieren, greift man auf ein Produktdatenmanagementsystem zurück. Ein PDM-System ist eine Software-Lösung, mit deren Hilfe die innerhalb eines Unternehmens im Einsatz befindlichen produktdatenführenden Informationssysteme über eine Reihe von Schnittstellen untereinander verknüpft, wobei man ein konfigurierbares und konsistentes Datenmodell als Basis verwendet.
Die Primärdaten liege im Regelfall in sehr vielen unterschiedlichen Formaten vor, die teilweise auch vollständig in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert werden können, die aber genauso gut derart unterschiedliche einzelne Strukturen aufweisen, dass sie lediglich bekannt gemacht und identifiziert werden, man sie aber grundsätzlich in ihrer ursprünglichen Form belässt. Dies betrifft insbesondere solche Daten, die aus CAx- und NC-Programmen stammen. Gewöhnliche, relational aufbereitete PPS-Daten oder sonstige Stammdaten können dagegen oft konsolidiert und im Rahmen der allgemeinen Datenhaltung genutzt werden. Die Daten werden im Regelfall auch in einer Vielzahl an Erzeugerprogrammen erstellt, zu denen neben dem PPS-System mit speziell für die relationale Zerlegung erstellten Formularen auch eine Reihe an anderer Software gehört: CAD, CAE, NC oder CAQ. Das PDM-System nun besteht zum einen aus Anwendungs- und Systemfunktionen und zum anderen aus den Metadaten, die es für die eigentliche Aufbereitung und Nutzung der Primärdaten benötigt. Als Anwendungsfunktionen lassen sich hauptsächlich sämtliche Werkzeuge für die Stammdatenverwaltung in den Bereichen Material, Zeichnungen, NC-Programmdaten oder Stücklistenverwaltung nennen. Als Systemfunktionen kann man die Bereiche Workflowmanagement, Kommunikation, Zugriffsverwaltung und Datenkonvertierung aufzählen.
