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Technologie-Beratung > Anforderungsmanagement > Einleitung Übersicht zum Anforderungsmanagement
EinleitungAnforderungen zu strukturieren und zu sammeln hat verschiedene Facetten, die bei der Durchführung der zu Grunde liegenden Analyse zu berücksichtigen sind. Zu nennen sind die Dimensionen, in denen sich die Anforderungsanalyse abspielt, die beteiligten Akteure, die an diesem Prozess direkt in der Durchführung teilnehmen oder die indirekt als Betroffene berücksichtigt werden müssen, sowie allgemeine Grundlagen, die die Tätigkeit der Anforderungsanalyse, die sich ja durchaus nicht auf Software-Projekte allein beziehen muss, charakterisieren. Zeitorganisation bei der AnforderungserfassungDer Standardfall in der Softwareentwicklung ist in der nachfolgenden Abbildung aufgezeigt. Verschiedene Projekte werden zeitgleich oder auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten durchgeführt. Sofern sie verschiedene Problembereiche in der realen Welt bearbeiten und softwaregestützte Lösungen anbieten wollen, ist es nur richtig, die Anforderungsanalyse getrennt und individuell für jedes Projekt durchzuführen. Berühren sie allerdings den gleichen Geschäftsprozess, bieten allerdings Lösungen für verschiedene Teilbereiche an, dann hängen die Anforderungen zu einem gewissen Teil zusammen. Dies können gemeinsame Ziele hinsichtlich des gesamten Geschäftsprozesses auf unternehmerischer Ebene genauso gut sein wie gleichartige technische Anforderungen, die sich ergeben, um beide Lösungen vergleichbar und einfach nutzbar zu machen. Hier ist allerdings die Gefahr vorhanden, dass die gleichen Anforderungen individuell für jedes Projekt erfasst werden, dass übergeordnete Anforderungen wie die erwähnten technischen Zusatzbedingungen überhaupt nicht berücksichtigt werden und dadurch keine integrierte Gesamtlösung entsteht.
Individuelle Anforderungsanalyse bei getrennten ProjektenSofern eine Software-Lösung tatsächlich über einen längeren Zeitraum hin entwickelt wird, nimmt sich dieses Anforderungsmanagement besonders ungünstig aus. Die nachfolgende Abbildung platziert ein Projekt auf der gleichen Zeitachse mit seiner Erweiterung und seiner Umwandlung, die unterschiedlichen Umfang besitzen. Im Grunde genommen handelt es sich dabei zwar um die Durchführung von drei einzelnen Projekten, doch sie werden alle im Lebenszyklus einer einzigen Software durchgeführt. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass individuelle Phasen durchgeführt werden, um neue oder geänderte Anforderungen zu ermitteln und auf ihrer Basis die Erweiterung oder Umwandlung zu planen. Allerdings nutzt man gar nicht die vielen Fragen, Anforderungen, Fehlerhinweise oder Vorschläge, die während der Benutzung der Software permanent entstehen. Einige von ihnen, die kurz vor oder nach einer Anforderungsanalyse entstehen, werden noch in der nächsten Software-Version berücksichtigt. Sie sind tagesaktuell, weil bspw. bestimmte Probleme zeitlich passend mit dem neuen Projekt zusammen fallen. Andere dagegen sind längst vergessen worden, tauchen erst später nach dem nächsten Projekt wieder auf und müssen dann auf ihre Umsetzung warten oder werden nachträglich in Zwischenversionen eingebracht. Diese Situation ist nicht besonders förderlich, um wirklich alle Anforderungen zu erfassen oder wenigstens mit gutem Gewissen feststellen zu können, welche Anforderungen wichtig oder unwichtig sind. Auch ist bei einem solchen Muster nicht gesichert, dass tatsächlich eine gute Planung der Software über den gesamten Lebenszyklus stattfindet.
Ungenutzte Anforderungen bei aufeinander folgenden ProjektenGanz anders sieht es dagegen aus, wenn ein kontinuierliches Anforderungsmanagement durchgeführt wird. Es wird in der nachfolgenden Abbildung schematisch dargestellt. Dabei erstreckt sich der Prozess der Anforderungsanalyse über den gesamten Lebenszyklus, wobei in der Abbildung eine gleich bleibende Intensität suggeriert wird, die im Normalfall nicht eingehalten wird. Wichtig ist vielmehr, dass die Anforderungen, welche erst während der Nutzung der Software bekannt werden, systematisch erfasst werden. Diese kontinuierliche Erfassung sorgt dafür, dass möglichst viele einzelne und unstrukturiert entstehende Anforderungen berücksichtigt, strukturiert, bewertet, gewichtet und schließlich auch tatsächlich geplant umgesetzt werden.
Kontinuierliche Anforderungsanalyse im Rahmen des AnforderungsmanagementsVorteile Die Software-Entwicklung bildet einen Prozess ab, der einen künstlichen
Gegenstand mit geplanten Eigenschaften herstellt. Dieser Gegenstand in Form
eines Software-Programms ist auf einen bestimmten Zweck hin ausgerichtet, von
dem die Anforderungen, die an das geplante Programm gestellt werden, abgeleitet
werden können. Dieser Zweck ist in einer bestimmten Umwelt, die im Fall
von Software-Systemen oftmals als System-Landschaft oder sonstigen technisch-organisatorischen
Bedingungen beschrieben werden kann, eingebettet, der zusätzliche Anforderungen,
die man oft als Rahmenbedingungen oder auch – je nach Art – nicht
funktionale Anforderungen beschreibt. Das Anforderungsmanagement führt
nun auch noch eine ausgeprägte zeitliche Betrachtung und Berücksichtigung
in die Durchführung des Prozesses ein.
DimensionenEs lassen sich drei Dimensionen unterscheiden, in denen sich das Anforderungsmanagement konkretisiert. Sie erfordern in speziellen Gebieten die Durchführung von neuen Aufgaben oder die Berücksichtigung von anderen Aspekten, die an eine Software zu stellen ist. Die nachfolgende Liste fasst diese drei Bereiche erklärend zusammen.
ZusammenfassungDas Anforderungsmanagement lässt sich also als kontinuierliche Erfassung,
Bewertung und Prüfung von Anforderungen verstehen, welche in einzelnen
Software-Lösungen bzw. Versionen einer Software umgesetzt werden. Der zentrale
Unterschied zwischen einem kontinuierlichen Ermittlungsprozess und einer nur
punktuell und auf ein konkretes Projekt bezogenen Anforderungsanalyse/-erfassung
besteht darin, dass nahezu im Gleichklang mit der Entwicklung von Geschäftsprozessen
und Aufgaben, welche durch eine Software unterstützt werden sollen, die
zu Grunde liegenden Anforderungen ermittelt werden. Sie stehen dadurch frühzeitig
bereit, sind durch die zeitlich vom Projekt fast losgelöste Erfassung und
Bewertung von hoher Qualität und werden daher auch nicht fehleranfällig
erst im Rahmen eines Projekts ermittelt.
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